Dienstag, 20. März 2012

Livingroom and friends: Spitzenköchin Su Vössing in Bochum



Spitzenreiter beim Publikum:
Frikadelle von der Barbarie-Ente auf asiatischem Gemüse

Dass „all you can eat“ nicht nur für Pauschalhotels in Feriengebieten eine Erfolgsformel ist, zeigen die „Livingroom an friends“-Partys immer wieder. Bereits zum dritten Mal hatte am letzten Sonntag Küchenchef Ralph Curanz einen befreundeten Koch in die Küche des Bochumer Aushänge-Restaurant von Seran Bahtijari und Lukas Rüger eingeladen. 

Alte Bekannte: Su Vössing und Ralph Curanz
vom "Livingroom"

Nach Björn Freitag und Frank Buchholz im letzten Jahr war es diesmal eine Frau, die Düsseldorfer Spitzenköchin Su Vössing. Ralph Curanz kennt sie als Kollegin aus der Zeit, als noch ihr eigenes Restaurant in Düsseldorf hatte. Anfang der 1990er Jahre war Su Vössing die jüngste Sterneköchin in Deutschland, einem großen Publikum wurde sie im VOX-Kochduell bekannt. Heute betreibt sie eine Agentur für Koch-Events und Food-Styling an der Düsseldorfer Luegallee.

Das Bochumer Publikum nahm einiges in Kauf, um die lockere, ungezwungene Atmopshäre des Metropolen-Events zu genießen. Es gab neun Gerichte, darunter zwei von Su Vössing, und drei Desserts. Im Preis von 89 Euro war das Weingebot vom Team vom „Franzosen“ an der Wassertraße inbegriffen, und die Privatbrauerei Moritz Fiege präsentierte ihr neues Bernstein-Bier.

Für den Wein zuständig:
Das Franzosen-Team um Inge Wisbar-Thiel

Die Gäste mussten sich die die Gerichte an verschiedenen Stationen im Gastraum und in der Küche abholen. Da die Teller vor den Augen angerichtet wurden, kam es besonders zu Beginn der Veranstaltung zu langen Schlangen an den Ständen. So brauchte der Genießer etwas Zeit, um seinen Trott zu finden. Als er unter Umschiffung Teller balancierender Gäste und abräumender Kellner sein Essen zum Tisch bugsiert hatte, ging er nochmals los, um sich am Weinstand ein Glas Wein zu organisieren. Und als er dann wieder zurück kam, stellte er fest, dass sein Besteck vom Gang vorher schon von den flinken Kellnern abgeräumt worden war. Beim dritten Mal klappte es dann.

Die Mühe lohnt sich. Die Gerichte, die Su Vössing und Ralph Curanz präsentierten, bestätigten die Erwartungen, forderten den Gast aber auch gleichermaßen heraus. Für den Genießer waren das Dreierlei vom Salzwiesenlamm“ und die „Frikadelle von der Barbarie-Ente“ die Favoriten. Der Enten-Klops gewann auch die Umfrage, die unter allen Gästen, abgehalten wurde. Der zweite Publikumsfavorit war erstaunlicherweise ein Innereien-Gericht: die „marinierten Lammzungenscheiben auf Beluga-Linsen und Rote-Bete-Frühlingslauch-Vinaigrette“ von Su Vössing. Die säuerlich angemachten Linsen fand der Genießer köstlich, die Lammzunge hätte für seinen Geschmack etwas mehr Marinade vertragen können.

Hier die Gerichte:

Einstieg: Auster "Sylter Royal"  

Irritierend: Bienenstich statt mit süßer
Crème mit Ziegenkäse gefüllt

Gewagt: Marinierte Lammzungenscheiben
auf Beluga-Linsen und
Rote-Bete-Frühlingslauch-Vinaigrette
von Su Vössing

Häppchen: Lachs-Ttortelloni mit 
Estragonschaum und Rhabarber

Noch'n Häppchen: Jakobsmuschel auf
Erbsen-Minz-Püree mit Wasabi-Krokant
und Hummerschaum

Dezent: Königsberger Klops vom Zander mit Kapern

Spitze: Dreierlei vom Lamm
(geschmort, gebraten, gefüllt)

Schön komponiert, aber zäh gewickelt:
Praline von der Kalbshaxe
auf Himmel und Äad-Püree und Cidresauce
von Su Vössing

Lustiges Dessert: Mini-Sweeties-Burger
(Brötchen mit Schokocrème und Ananas
samt Moritz Fiege Bernstein)

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