Dienstag, 13. März 2018

Über den Tellerand geguckt: Heston Blumenthal in Kassel



Der britische Starkoch Heston Blumenthal

Unverhofft kommt oft. Kollege Tom Bosbach fragte mich, ob ich ihn nicht zu Heston Blumenthals Deutschland-Präsentation seiner Everdure-Grills in Kassel begleiten würde. Tom war ganz heiß darauf, sein Kochidol persönlich kennen zu lernen. Warum nicht die Gelegenheit beim Schopfe packen?

So dreht sich der Grill

Der 52-jährige Heston Blumenthal ist schließlich ein Kochlegende, mir Ferran Adria ein Wegbereiter der Molekularküche, und sein Restaurant „The Fat Duck“ hat drei Michelinsterne. Der Mann mit der markanten Brille ist das Gesicht der Designer-Grill-Marke Everdure, die er jetzt mit der Vertriebsfirma Montargo GmbH in Deutschland einführt. Diesen Part erledigte der „Ritter des britischen Empires“ mit der witzigen Lässigkeit eines Popstars, leutselig und offen für alles und jeden.

 Prasentation der edlen Everdure-Grills.
Ein Grill-Blogger spricht als erster mit dem Spanferkel.

Zur Feier des Tages hatte er einige Chefs aus seiner „Fetten Ente“ mitgebracht, die ein fünfgängiges Grill-Menü zubereiteten. Kulisse für den Event war der Renthof mitten in Kassel, eine barocke Klosteranlage und eines der wenigen historischen Gebäude der Stadt, das den zweiten Weltkrieg übestanden hat. Die ehemalige Kirche des Renthofs wird heute als Restaurant und Event-Location genutzt.

Der Chef blickt vom Plakat: Das Menü wird zubereitet

Ob das Menü der Hochwertigkeit der Blumenthal’schen Küche oder der Everdure-Grills wirklich gerecht wurde, sei einmal dahingehstellt. Aber es hatte eine Bankett-Qualität, die man anderswo kaum findet. Favorit des Genießers war das Mark von gegrillten Rinderknochen, das auf Curry-Bohnen und einer Schnitter Roggensauerteig-Brot angerichtet wurde – rustikal wie in der Toskana, raffiniert wie im Sternetempel. Und auch die saftigen Jakobsmuscheln mit weißer Schokolade und Kaviar waren grandios und mehrere Gänge zum Büffet wert.

Sakrale Kulisse für den kulinarischen Event.

Die Fleischgänge überzeugten mich weniger. Das Roastbeef war etwas knorpelig (da hatte der Genießer wohl Pech), die grüne Sauce etwas zu zwiebelig und der nussige Spargel nicht genügend geschält. Das im Hof am Spieß frischgegrillte Spanferkel kam als Pulled-Pork-Füllung eines Mini-Hamburgers auf den Teller und war schön saftig und zart – nur der beigegebene geräucherte Kartoffelsalat war zu kalt und deshalb nur wenig aromatisch. Den Abschluss machte dann ein pikanter Krapfen mit Mangosauce.

Gebratene Jakobsmuschel
Weiße Schokolade und Kaviar

Gegrillter Markknochen
Currybohnen, Roggensauerteig

Gründonnerstag
Gebratenes Roastbeef, Grüne Sauce, Spargel

Spießbraten
Pulled Pork, BBQ Sauce, geräucherter Kartoffelsalat

Affenbrot mit Curry
Karamellisierte Mangosauce


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