Donnerstag, 8. Juni 2017

Gourmetmeilen 2017: „Dortmund à la carte“ gestartet



 Eleganz am Nachmittag auf dem Dortmunder Hansaplatz

Bereits gestern startete die Gourmetmeile „Dortmund à la carte“, doch der Genießer zog es vor, auf den traditionellen Fassanstich zu verzichten und den feucht-kalten Mittag lieber im heimeligen Sessel eines Zahnarztes in Bochum zu verbringen. Den Besuch von „Dortmund à la carte“ holte er zur Belohnung aber heute Nachmittag bei wunderbarem Gourmetmeilenwetter nach - und hatte prompt das Gefühl, auf einem Kurztrip nach Palma de Mallorca oder eine andere mediterrane Urlaubsmetropole gemacht zu sein.

Mit der Bezeichnung „Mutter aller Schlemmerfeste“ nehmen die Veranstalter einen Begriff auf, den der Genießer bereits 2013 für die älteste Gourmetmeile im Ruhrgebiet geprägt hatte (siehe hier). Damals meinte er das etwas spöttelnd, um sich über die Veranstaltung lustig zu machen, die seit Jahrzehnten in eine monolithische Starre gefallen war und bei jüngeren Dortmunder Gastronomen nur Widerstand weckte. Der mündete schließlich in der Gründung der Konkurrenz-Meile GourmeDo.

Luftige Pagodenzelte

Mittlerweile hat sich das geändert. Schon vor ein paar Jahren überwand „Dortmund à la carte“ die Wagenburgmentalität, und zwar in doppelter Hinsicht. Einerseits nahm man jugendlichere Gastronomiekonzepte mit auf, andererseits stieg man auf die allseits beliebten weißen Pagodenzelte um und verpasste sich ein neues luftig-leichtes Design. Und so präsentiert sich das Traditionsunternehmen „Dortmund á la carte“ 2017 im dritten Jahr als eine Gourmetmeile, die sich vor keiner Konkurrenz verstecken muss (alle teilnehmenden Restaurants hier). Sicher, nach wie vor stehen Stielmus (bei Overkamp) und Reibekuchen (bei Grube) auf dem Programm, doch das ist gut so. Denn solch eine Hausmannskost gehört zu Dortmund wie der BVB. Doch darüber hinaus gibt es eine moderne, frische Urlaubsküche, die jedem Gast Spaß macht. Vielleicht biedert man sich mit insgesamt fünf Burger-Gerichten ein wenig zu sehr an die Street-Food-Welle an, aber die werden ihr Publikum finden.

Service an den Tischen

Dennoch bleibt „Dortmund à carte“ eine Gourmetmeile, die auf gastronomische Eleganz hält. Ohne Kaufbestecke und Selbstbedienung, sondern mit Service an den Tischen. Das können andere Veranstaltungen dieser Art in der Region noch lange nicht von sich sagen.

Hier das kleine Menü, das der Genießer am heutigen Nachmittag abaß – versehen mit den bewährten Nörgekleien.

Stravinski
Stravinskis Ziegenkäsenougat mit Dörrobst im Pistzeinmantel auf Erdbeersauce mit buntem Salat und
Honig-Balsamico-Dressing (6,50 Euro)
Die pikanten Ziegenkäsenocken sind eine aromatische Überraschung auch für den Nicht-Ziegenkäse-Fan – jedenfalls, wenn er sie neben dem Riesenberg Salat endlich gefunden hat.

Vetro
Carpaccio vom Thunfisch mit gebratenem Pulpo und Chorizo und confierten Kirschtomaten (9,50 Euro)
Ein Meisterwerk der mediterranen Urlaubsküche in optischer und aromatischer Farbenpracht.

Overkamp
Der „DO-Burger“: Gelb-schwatz und stark. Fröndenberger Poularde und Curry-Mango-Chili-Dip. (8 Euro)
Das Burger-Brötchen ist nich schwarz, weil es zu lange im Ofen war, sondern weil es mit Tintenfisch-Tinte gefärbt wurde. Optisch witziger Burger, die gelbe Sauce in ihrer süß-scharfen irgendwie nur infantil. Ich wäre wohl mit dem Stielmus besser gefahren.

EMIL
Teres Major vom getreidegefütterten Rind │ Rosmarin-Kartoffelstampf│ Ratatouille Gemüse │ Portweinjus (13,50 Euro)
Teres Major ist die lateinische Bezeichnung eines Schultermuskels, der vom Rind als Metzgerstück oder Flaches Filet angeboten wird. War zwar zart, forderte aber dennoch einige Kaufreude. Der Kartoffelstampf hätte ebenso etwas fluffiger sein können, insgesamt aber ein tolles Gericht.

Sylter Eismanufaktur
Lister Nussschale – Bretonische Walnuss und Madagskar Vanille, karamellisierte Nüsse, Sahnehaube und Schokosoße (6 Euro)
Geschmacklich super, aber als Nachtisch hätte die Hälfte gereicht.
Im Hintergrund der Food Truck des BVB. Hier kocht Mannschaftskoch Dennis Rother tägl. ab 17 Uhr,

„Dortmund à la carte geht noch bis zum 11. Juni. Täglich ab 11 Uhr auf dem Hansaplatz, Dortmund. Infos über Programm und Speisen hier.


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