Mittwoch, 24. Mai 2017

Lecker Essen für Europa: Umbrische Frittata di asparagina mit Preußischem Spargel vom Pyrenäen-Milchstern




Seit ich vor Jahren im modernen Antiquariat das schöne Kochbuch von Lorenza de‘ Medici über die italienische cucina alto-borghese ergattern konnte, hatte ich Lust, die frittata di asparagina nachzukochen, deren simples Rezept die Autorin im Familienkochbuch einer umbrischen Künstlerfamilie gefunden hatte. Extravagant, jedenfalls hier im Ruhrgebiet, ist an dem Eierkuchen eigentlich nur eine Zutat, der wilde Spargel.


Bislang konnte ich die dünnen Stangen auf den Märkten hier jedenfalls nicht entdecken, vielleicht gab ich mir auch zu wenig Mühe. Fürs Spargelomelette verwendete ich kurzerhand den als Alternative angegebenen dünnen, normalen grünen Spargel oder den Thai-Spargel mit seiner Miniaturgröße (z.B. hier). Am Dienstag fand ich endlich „wilden Spargel“ auf dem Wochenmarkt in Altenbochum. Zwar erinnerten die ordentlichen grünen Stängel mit kleinen, an Getreideähren erinnernden Spitzen überhaupt nicht an die sich wild windenden Halme, die der der Fotograf John Ferro Sims im Bild zum Rezept so wunderbar in Szene gesetzt hat. Aber egal.

Preußischer Spargel aus Südwestfrankreich

Als ich ein Bild von meinem „wilden Spargel“ auf Facebook veröffentlichte, machte mich Margit Kunzke vom Blog „Kochbuch für Max und Moritz“ darauf aufmerksam, dass es sich dabei nicht um Spargel, sondern um die Knospen des Pyrenäen-Milchsterns handelte. Weitere Recherchen im Internet machten die Verwirrung komplett. Anscheinend streiten sich die Botaniker um die Zuordnung der hübsch blühenden Pflanze. Die einen zählen sie zu den Hyazinthen, die anderen durchaus zu den Spargelgewächsen. Manche nennen ihn, obwohl er aus Südwestfrankreich stammt, sogar „Preußischer Spargel“. Die Handelsbezeichnung „Wilder Spargel“ ist für die Kulturpflanze allerdings irritierend, denn es gibt tatsächlich wild wachsende „echte“ Spargelsorten – wie auf dem Bild im Kochbuch zu sehen.

Wie dem auch sei. Die Stängel vom Markt sahen hübsch aus und hatten tatsächlich ein angenehmes Aroma nach Spargel. Und so so kam ein hübsches, äußerst leckeres Essen für Europa zustande: Umbrische Frittata Asparagina mit Preußischem Spargel vom Pyrenäen-Milchstern. Dazu gab‘s allerlei Pflücksalate mit gebratenen Feigen und Pfirsichen.

Zutaten vor Kochbuchfoto

Rezept: Umbrische Frittata di asparagina mit Preußischem Spargel vom Pyrenäen-Milchstern
2 Portionen

1 Bund „wilder Spargel“
6 Eier
6 EL geriebenen Parmesan
geriebene Muskatnuss
½ TL zerstoßene Korianderkörner
weißer Pfeffer
Salz
Zucker
Olivenöl

Stängel des „wilden Spargels“ in drei Teile schneiden und in kochendem Salzwasser mit etwas Zucke blanchieren. Abgießen und eiskalt abspülen.
Eier verquirlen, gerieben Parmesan unterrühren und mit den Gewürzen abschmecken. Spargelstücke dazu geben.
In einer Pfanne Olivenöl auf mittlerer Stufe erhitzen. Die Hälfte der Ei-Masse hineingeben und durchstocken lassen. Auf einen Teller gleiten lassen, einen anderen Teller darüber legen und alles umdrehen. Omelette wieder in die Pfanne gleiten lassen und die Überfläche leicht anbräunen lassen. Wieder auf einen Teller gleiten lassen, den anderen Teller darauf legen und wieder umdrehen. Mit der anderen Hälfte der Ei-Masse genauso verfahren.



Nachtrag

Wie das Schicksal so spielt. Ein paar Tag nach diesem Post hab ich dann richtigen wilden Spargel aus Italien, asparagina im italienischen Großhandel bekommen.




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen