Donnerstag, 9. Mai 2013

Sonntagsessen: Spaghetti aglio e olio mit Bottarga als Vorspeise



Wenn man als Hauptgang schon so etwas Exklusives und dennoch Rustikales wie Ziegenbraten in Heumantel auffährt (klick hier), sollte die Vorspeise dem in nichts nachstehen. Da kam es dem Genießer gelegen, dass mit der Freundin des guten Geschmacks gerade eine kulinarische Korrespondentin auf Sizilien weilt, die ihn mit einer ausgesprochen süditalienischen Spezialität versorgen konnte: Bottarga. Das ist eingesalzener und gepresster Rogen vom Thunfisch, einst ein Arme-Leute-Essen der sizilianischen Fischer, heute eine gesuchte und teure Spezialität. Noch teurer ist die Bottarga, wenn sie wie auf Sardinien üblich von der Meeräsche stammt.


Bottarga: ein Barren reiner Energie

Die Bottarga ist ein feste terracotta-farbene Masse, die ähnlich wie Trüffel auf die einfachste Art eingesetzt wird, um ihren himmlischen Geschmack zu entfalten. Am besten wird sie in dünnen Scheiben oder gerieben über die heißen Nudeln gestreut. Mit ihrem salzigen Fischgeschmack verleiht sie der Speise ein einzigartiges, würziges Aroma von Süden und Meer. Der Genießer probierte es mit Spaghetti aglio e olio aus. In bestem Olivenöl briet er eine Knoblauchzehe, einen Peperoncino und ein paar eingeweichte getrocknete Tomaten aus. In dem hocharomatisierten Öl ließ er die al dente gekochten Spaghetti ziehen, streute noch etwas gehackte Petersilie darüber. Zum Schluss kam dann die gehackte Thunfisch-Bottarga zum Einsatz – einfach großartig.

Sizilien auf dem Balkon: 
Bottarga und der Principe di Corleone

Bei so viel Authentizität musste natürlich auch ein sizilianischer Wein her. Als idealer Begleiter erwies sich der Bianco vom Principe di Corleone aus den autochthonen Rebsorten Cataratto und Inzolia, der nicht von ungefähr zu Fisch und Krustentieren empfohlen wird. Bottarga und der Principe - bei diesem frugalen Mal hätten sogar die Paten Don Vito und sein Sohn Michael für fünf Minuten die Ehre ihrer Familie vergessen.


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